Überhandknoten
Achterknoten
Samariterknoten
Altweiberknoten
Diebesknoten
Webeleinenstek
Constrictorknoten
Weberknoten
Spierenstich
Affenfaust
Palstek
Henkersknoten
Schafottknoten
Galgenknoten
Handfesselknoten
Prusik
Kuhstek
Kuhstek mit Knebel
Bordmesser-Bändselknoten
Lassoknoten
Kurze Trompete

 
   
 

Seile, Schnüre, Knoten knüpfen

Knotenvielfalt, Namenknäuel

   
 
 
     
  Seile und Stricke haben heute im Alltag nicht mehr jene Bedeutung, die sie noch vor 50 Jahren hatten. So sieht man beispielsweis immer weniger Leute, die etwas auf dem Dachträger ihres Autos transportieren. Dies nicht etwa, weil sie ihr Auto schonen wollen (das sicher auch, denn das tut man seinem Statussymbol doch nicht an), sondern weil sie nicht wissen, wie sie das Zeugs festbinden sollen. Ausser, sie haben einige moderne Spannsets zur Hand, mit denen sie ihre Dachladung bis zum Bersten festzurren können. Ich für meinen Teil habe mir ins Logbuch geschrieben: Was ich nicht mit Seilen und Stricken festbinden kann, transportiere ich nicht — und bisher habe ich noch alles transportiert, was ich wollte.

Es zahlt sich immer wieder aus, wenn man einige wenige Knoten beherrscht. Nur sollte man in der jeweiligen Situation wissen, welcher Knoten sich am besten für eine Aufgabe eignet. Im Nachfolgenden wollen wir nur einige wenige, dafür aber praktische Knoten zeigen. Das Tauwerk, das auf den Knotenfotos zu sehen ist, besteht aus einem Hanfseil (dunkel) und einem Baumwollseil (hell). Die Stricke stammen aus der mechanischen Seilerei Kislig in Winterthur.

       
 

   
  Überhandknoten    
 
  
   
 

Der Überhandknoten ist der «Vater» aller Knoten. Schon die ersten Menschen dürften ihn gebraucht haben. Es wurden sogar schon Schimpansen beobachtet, die einen Überhandknoten knüpften. Dieser Knoten ist oft auch ein Bestandteil komplizierterer Knoten. Im Alltag wird der Überhandknoten wohl am häufigsten gebraucht. So zum Beispiel um zu verhindern, dass das Ende einer Schnur «ausfranst». Aber auch beim Schuhe Binden machen wir nichts Anderes als zwei Überhandknoten, wobei der zweite mit zwei Slips (den «Öhrchen») versehen wird. In dieser Kombination entsteht ein geslipter Samariterknoten.
So praktisch er auch ist — der Überhandknoten schwächt ein Seil um nicht weniger als 40 Prozent. Einmal wirklich festgezogen, ist er praktisch nur noch mit dem Messer zu «lösen».

   
     
  Achterknoten    
 
   
 

Der Achterknoten wurde in der Seefahrt oft anstelle des Überhandknotens gebraucht. Dieser Knoten bekneift sich nicht so stark wie der Überhandknoten und ist deshalb leichter zu lösen.

   
     
 

Samariterknoten

   
 
   
 

Der Samariterknoten (auch: Reffknoten) gehört nicht zu den zuverlässigsten Seilverbindungen. Zudem wird er schnell einmal falsch geknüpft, wie die beiden folgenden Bilder zeigen. Der Diebesknoten oder auch Beutelknoten wurde von Seeleuten verwendet, um ihren Wäschesack oder Brotbeutel zuzuschnüren. Ein Dieb, der sich an diesem Sack zu schaffen machte, würde den Beutel nachher automatisch mit dem (richtigen) Samariterknoten zubinden und sich so verraten.

Der Samariterknoten heisst nur in der Schweiz so. Für gewöhnlich wird er Reffknoten oder Kreuzknoten genannt.

Der Diebesknoten und der Altweiberknoten sind (abgesehen von obigem Beispiel) völlig unbrauchbare, ja gefährliche Verbindungsknoten, da auf sie überhaupt kein Verlass ist. Ashley kennzeichnet diese denn auch mit einem Totenschädel.

   
     
  Diebesknoten    
 
 
     
  Altweiberknoten    
 

     

 
Top       
  Vor    
  Zurück